Praxis für Integrative Lerntherapie

Susanne R. Cormier


Hinweise auf das Vorliegen einer

Aufmerksamkeits-Defizit-Störung

 

Typisch für eine Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS) ist ein ausgeprägt unaufmerksames und impulsives Verhalten, vor allem in Gruppensituationen.

Bei der Aufmerksamkeits- Defizit- Hyperaktivitäts- Störung (ADHS) kommt noch Unruhe und übermäßiger Bewegungsdrang dazu. Sie gilt als eine der häufigsten Störungen des Kindes- und Jugendalters (DSM-IV 1994; ICD-10 1990).
 

Die drei Kernsymptome sind:

 

1. Gestörte Aufmerksamkeit

Das Kind ist verträumt und leicht ablenkbar. Sein Verhalten kennzeichnet eine hastig  überspringende Wahrnehmung. Auf der einen Seite bekommt das Kind schnell etwas mit, übersieht auf der anderen Seite aber Wichtiges und kontrolliert nicht ausreichend, z. B. geschriebene Wörter. Das Kind ist vergesslich und hat eine geringe Frustrationstoleranz. Es ist schnell enttäuscht, wenn etwas nicht klappt und gibt gleich auf. Bei Routineangelegenheiten, wie etwa Hausaufgaben hat das Kind kaum Durchhaltevermögen, springt aber auf andere Reize schnell an.

 

2. Impulsivität

Das Kind sagt was es denkt, ist manchmal taktlos, weil es die Situation nicht bedenkt. Es redet zu viel und beachtet dabei auch nicht die Signale anderer, damit aufzuhören oder zu pausieren. Es unterbricht die Gespräche anderer, platzt in Spiele oder ähnlichem einfach hinein. Es kann nicht abwarten und drängelt sich bei ihm wichtigen Situationen vor. Durch seine Unachtsamkeit gefährdet es sich öfters, da es wenig Gefahrenbewusstsein hat und z. B. ohne zu schauen über die Straße rennt. Heftige, plötzliche Gefühlsausbrüche, wie Wutanfälle und Stimmungsschwankungen überfordern nicht nur das Kind selbst, sondern auch sein Umfeld. Es lässt sich leicht zu unüberlegten, oft auch gefährlichen Handlungen verleiten.

Ein Beispiel für ein solches Kind wäre in der Literatur "Michel aus Lönneberga" von Astrid Lindgren, der auch alle Einfälle sofort umsetzt ohne an die Konsequenzen zu denken.

 

3. Motorische Überaktivität

Die Kinder hampeln, zappeln und kippeln auf ihren Sitzen und müssen alles befingern. Sie sind ungeduldig, wenn sie abwarten sollen. Sie reden mit Händen und Füßen und stehen auf und laufen herum, auch wenn von ihnen erwartet wird, dass sie sitzen bleiben. Die Kinder wechseln häufig die Spielsachen und ihre Tätigkeit.

 

Es ist wichtig, hier das Alter und das Temperament des Kindes zu berücksichtigen. Jedes Kind bewegt sich und zappelt auch einmal herum. Nur wenn die Selbstkontrolle des Kindes zu gering ist und eine gewisse Ziellosigkeit auffällt, sollte man evtl. an ein auffälliges Verhalten denken.

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